
Einmal im Monat, an einem Mittwochmorgen um 9.00 Uhr, trifft man sich zur Besprechung eines Buches, das eine Teilnehmerin vorstellt. Für Teilnahme und weitere Infos melden Sie sich bitte bei Ursula Gerber
Tel.: 079 736 39 92 / Mail: ursula.gerber@bluewin.ch
Wir starten das Jahr 2026 mit Musik. „Lang Lang – Musik ist meine Sprache“ von Lang Lang. Danach geht es auf die „Miss Island“ von Auõur Ava Òlafsdòttir. Im März entdecken wir „Der Klang von Licht“ von Clara Maria Bagus.
Lang Lang – Musik ist meine Sprache von Lang Lang
Kann man mit Mitte zwanzig schon sein Leben erzählen? Natürlich, wenn es genug zu berichten gibt. Und da kann man bei Lang Lang sich tatsächlich nicht beklagen. Schließlich hat es der Junge aus der chinesischen Provinz scheinbar mühelos an die Spitze des internationalen Musikgeschäfts geschafft, so als sei es das leichtesten der Welt.
War es aber nicht und das eine der vielen Erkenntnisse von “Musik is meine Sprache – Die Geschichte meines Lebens”. Denn Talent ist die eine Sache, die Geschicklichkeit, die Untiefen der kulturellen Szene zu umschiffen eine andere. Das hat durchaus auch mit Entbehrungen zu tun: “Als meine Mutter mich zum Abschied umarmte, klang mir Musik in den Ohren – eine traurige Melodie, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Ich war neun Jahre alt und konnte mir ein Leben ohne meine Mutter nicht vorstellen. Sie war die Welt für mich. Sie würde nach Shenyang zurückfahren, während ich bei meinem Vater in Peking blieb. Shenyang, das war mein Zuhause, dort lebten die Menschen die ich kannte und liebte. Peking dagegen war kalt und einsam, ein riesiger Moloch mit endlosen Boulevards voller Leute. Es war die Stadt, in der ich niemanden kannte”. (Lang Lang, S.13)
Und von wo aus Lang Langs Karriere startete. Inzwischen ist er ganz oben und so ist es höchst spannend, diesen Weg mit zu verfolgen. Bei der Abfassung von “Musik ist meine Sprache” stand übrigens der erfahrene Biograf David Ritz dem Pianisten zur Seite, der bereits die Lebenswege von Aretha Franklin oder auch Ray Charles in Buchform gebracht hat. So ist eine Lesereise der besonderen Art entstanden, die übrigens auch trefflich unter den Weihnachtsbaum passt.
Miss Island von Auõur Ava Òlafsdòttir
Das humorvolle, mit subtiler Ironie gezeichnete Porträt einer jungen Isländerin Anfang der 1960er Jahre, die sich viel vorgenommen hat in einer Gesellschaft, in der Künstler männlich sind, die Frau aber nur reüssiert, wenn sie ihre Schönheit zu Markte trägt, um zur Miss Island gekrönt zu werden.
Die Welt ist in Aufruhr. In Amerika sagt Martin Luther King »I have a dream«. John F. Kennedy wird erschossen. In England starten die Beatles ihre Weltkarriere. Nur in Island steht die Welt still. Das muss auch Hekla erfahren, als sie 22jährig – mit ihrer Remington-Schreibmaschine, einem Romanmanuskript, dem »Ulysses« von James Joyce und einem englischen Lexikon – in einen verrauchten Überlandbus steigt, der sie vom elterlichen Hof nach Reykjavík bringt. Dort, in der Stadt der Poeten, will sie ihren Traum verwirklichen und mit Büchern berühmt werden.
Aber die schöne Hekla, benannt nach einem Vulkan, stellt schnell fest, dass in der konservativen, männerdominierten Gesellschaft das Interesse an einer Miss Island größer ist als das an einer Schriftstellerin.
Genau wie ihr Freund Jón John, der von einem Engagement am Theater träumt und als schwuler Mann ebenso mit Einschränkungen und Rollenzuschreibungen konfrontiert ist, erkennt sie, dass sie ihre Pläne nur realisieren, ihre Freiheit nur finden kann, wenn sie die Insel hinter sich lässt.
»Ein femininer, ironischer, witziger und sinnlicher Roman, in einer sehr ansprechenden und originellen Sprache geschrieben, der seinen literarischen Anspruch niemals verrät.«
Der Klang von Licht von Clara Maria Bagus
»Wenn das Leben zerspringt, macht Clara Maria Bagus aus dem Klang der Scherben Musik.« Wolfgang Herles
Kennen Sie dieses Gefühl? Manchmal möchte man einfach aus dem Leben verschwinden. Zwei Frauen, eine Entscheidung, fatale Konsequenzen. Ein vom Leben verwöhnter Mann, über den in einer Vollmondnacht das Schicksal hereinbricht, das alles verändert. Ein anderer, der noch immer die Scherben seiner Kindheit zusammensetzt. Immer wieder streifen sich die Leben dieser Menschen, berühren sich, hauchzart, ohne dass der eine vom anderen weiß. Bis das Schicksal aus ihren persönlichen Geschichten eine einzige macht. Ein Roman, der heilt und uns mit dem Leben versöhnt. Feinsinnig und mit empathischer Sprachkunst erzählt Clara Maria Bagus tief berührend, dass sich das Gute im Leben nicht aufhalten lässt.
Bewegend, weise und von poetischer Schönheit der neue inspirierende Roman von der Autorin des Spiegel-Bestsellers »Die Farbe von Glück«
